Reisende, die bei einem Überfall im Ausland ihren Reisepass und Flugtickets weggenommen bekommen, haben keinen Anspruch auf Ersatz der Kosten für die Ausstellung eines neuen Passes und den Kauf eines neuen Flugtickets durch die Reiseversicherung. Dies hat das Landgericht (LG) Hildesheim entschieden.

Der Fall: Ein Chile-Reisender aus Deutschland wurde überfallen und ausgeraubt, als er sich dort auf dem Weg zum Flughafen befand. Dabei wurden ihm die Flugtickets für den Rückflug nach Deutschland und sein Reisepass abgenommen. Der Kläger konnte seinen Rückflug nicht antreten, musste ein neues Flugticket kaufen und einen neuen Reisepass ausstellen lassen. Insgesamt entstanden ihm so Kosten von ca. 1.800 Euro, die er gegenüber seiner Reiseversicherung geltend machte.

Bei den angefallen Kosten in Höhe von 1.800 Euro handele es sich um reine Folgekosten, die gerade nicht mitversichert seien. Anders wäre es laut LG Hildesheim etwa, wenn dem Kläger Wertgegenstände gestohlen worden wären. Diese wären grundsätzlich mitversichert gewesen.
Quelle: Landgericht Hildesheim, Urteil vom 06.01.2017, 7 S 136/16 / DMM