Eine Fährverbindung ist keine Pauschalreise, auch dann nicht, wenn neben der Fahrzeugmitnahme eine Kabine gebucht wird. Das hat das Amtsgericht München entschieden. Der Kläger hatte eine Überfahrt von Genua nach Tunis gebucht. Weil die Abfahrt vorverlegt wurde, kam er zu spät in Genua an und verpasste das Schiff. Da die nächste Fähre erst drei Tage später ging, fuhr er mit dem Auto zurück nach München. Der Kläger forderte von dem Automobilclub, bei dem er die Passage gebucht hatte, Schadensersatz, auch für die Fahrtkosten, die Autobahnvignette und für drei nutzlos verbrauchte Urlaubstage. Nach seiner Ansicht ist der Automobilclub als Veranstalter aufgetreten und die Fährpassage eine Pauschalreise. Die Richter sehen das jedoch anders. Weder komme der Leistung ein Erholungswert zu noch handele es sich um eine Reise mit auch nur zeitweisem Urlaubscharakter. Auch sei der Automobilclub nicht Vertragspartner des Beförderungsvertrages. Wenn mangels Bündelung von Einzelleistungen kein Pauschalreisevertrag in Betracht komme, liege es auf der Hand, dass ein Reisebüro lediglich vermittelnd tätig werde, so das Gericht.

Link zum Urteil: https://www.justiz.bayern.de/imperia/md/content/stmj_internet/gerichte/amtsgerichte/muenchen/pressemitteilungen/2016/pm64___160819.pdf

 

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