Oft ist das Entspannen im Urlaub aufgrund vieler Mängel nicht möglich. Um dies nach dem Urlaub zu reklamieren, müssen ein paar Tipps berücksichtigt werden.

Das Zimmer ist verschmutzt, in der Nacht sind lautstarke Jugendliche in den Discotheken zu hören und am Tag sind Bauarbeiter mit Baggern am Arbeiten: Dies passiert glücklicherweise nur den wenigsten Urlaubern. Jedoch sind ca. zwei Prozent der Pauschalreisenden unglücklich mit ihrer Reise und es kommt zu Beschwerden beim Veranstalter.

Um im Recht zu sein, müssen sie schon am Ferienort richtig reklamiert haben, das bedeutet, dass man die Unzufriedenheit anspricht und auf Abhilfe besteht und nicht gleich lautstark ein Problem lösen möchte, denn kleinere Mängel lassen sich oftmals an der Rezeption klären. Wenn jedoch nicht auf sie eingegangen wird, heißt es: „nicht zögern, sondern handeln.“ Wenn die Pauschalreise nicht das bietet was sie versprochen hat, sollten sie sich schnellstmöglich schriftlich beim Reiseleiter bzw. Agentur melden und über den Mangel informieren und verlangen, dass dieser schnellstmöglich beseitigt wird. Wenn dies nicht möglich ist, kann man sich per Mail an den Reiseveranstalter in Deutschland wenden. Nur die Beschwerde beim Veranstalter gilt später vor Gericht – egal wo die Reise gebucht worden ist. Und die Beschwerde muss „unverzüglich“ kommen. Zu beachten ist also, dass die Beschwerde nicht am letzten Tag erfolgen soll, denn ansonsten ist man nicht im Recht und geht leer aus.

Frist setzen, bis wann der Mangel beseitigt werden soll, Zeugen suchen und ganz wichtig Beweise sammeln, da der Mangel oft vom Reiseveranstalter bestritten wird. Wenn die Mängel zu sehen sind, wie z.B. Schimmel im Zimmer, Fotos oder Videos machen. Wenn Lärm ein Grund ist, wäre es am besten ein Protokoll zu führen, wann und wie lange der Lärm zu hören war. Zeugen sind ein weiterer Pluspunkt, auch wenn es die eigene Reisebegleitung ist. Wenn sich andere Gäste ebenfalls durch Lärm oder ähnlichem belästigt fühlen, sind schriftliche Bestätigungen mit Adresse und Unterschrift von Vorteil.

Sobald der Reiseveranstalter auf ihre Beschwerde reagiert und den Urlauber in ein gleichwertiges oder besseres Zimmer verlegt, muss dieser es so hinnehmen, auch wenn dies bedeutet, dass das Hotel gewechselt werden muss. Wenn das Hotel besser ist als das vorherige, dann darf es auch in einem anderen Ort liegen. Jedoch soll es dem Gesamtzuschnitt der Reise entsprechen. Wer also einen Badeurlaub gebucht hat, der geht nicht in die Berge. Oftmals ist es auch der Fall, dass der Veranstalter vor Ort eine Entschädigung anbietet, wie z.B. Bargeld, einen Mietwagen oder einen Ausflug. Die Gefahr besteht aber darin, dass der Urlauber sein Recht vorschnell aufgibt, wenn er es annimmt.

Aus diesem Grund raten Verbraucherverbände, grundsätzlich davon ab Verzichtserklärungen zu unterschreiben und sich seine Beschwerde vom Reiseleiter schriftlich bestätigen zu lassen. Wenn all diese Möglichkeiten nichts bringen und der Reiseleiter nicht reagiert, ist es dem Reisenden erlaubt „Selbstabhilfe“ zu nehmen und die Kosten dem Veranstalter in Rechnung zu stellen. Dies gilt auch für eine sofortige Abreise, wenn erhebliche Mängel vorhanden sind. Der Veranstalter muss also die Heimreise zahlen, sowieso den Transfer zum Flughafen.

Um die eigenen Rechte geltend zu machen muss man innerhalb eines Monats nach der Rückkehr seine Minderungsansprüche beim Veranstalter geltend machen. Der Brief muss die genaue Forderung enthalten, eine Frist zur Zahlung beinhalten, den Hinweis, dass die Mängel am Urlaubsort gemacht wurden und die Beweise. Die Frist für eine eventuelle Klage beträgt zwei Jahre ab Rückkehr. Jedoch haben einige Veranstalter die Frist in ihren allgemeinen Geschäftsbedingungen auf ein Jahr verkürzt.

 

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